13. Juni 2010

Photographer: Philip Clayton-Thompson (Interview)

Im November letzen Jahres habe ich einen Post über "Costal Living" geschrieben und dort beeindruckende Fotos gezeigt. Vor wenigen Wochen erhielt ich dazu einen Kommentar. Nicht von irgendjemanden sondern vom Fotografen selbst! Ich war total überrascht, da dieser Kommentar sehr positiv war. Aus diesem Grund habe ich gleich um ein Interview gebeten und diese Bitte wurde mir auch sofort erfüllt.

Dadurch lernte ich den Fotografen/Filmemacher Philip Clayton-Thompson und seine Frau Donna Pizzi (Stylistin) etwas besser kennen. Die beiden leben in Portland an der Westküste der USA und betreiben dort ein Fotostudio (Blackstone Edge Stuios). Clayton-Thompson stammt ursprünglich aus Großbritannien. Er lernte das Fotografieren von der Pike auf und war/ist auch ein erfolgreicher Filmemacher. Nebenbei ist er auch noch ein außergewöhnlich guter Sänger. Donna arbeitet seit vielen Jahren mit ihrem Mann zusammen und ist Stylistin & Autorin, schreibt auch die Drehbücher für die gemeinsam produzierten Filme. Ihre Interior-Fotos wurden bereits in über 150 Magazinen weltweit veröffentlicht. Es war eine Freude mit so interessanten Persönlichkeiten in Kontakt zu stehen und auch einen Einblick in die amerikanische Interior-Photography-Welt zu erhalten!

Ich hoffe, das Interview bereit auch Euch garniert mit ein paar schönen Fotos ein bißchen Freude! Ich habe es aus dem Englischen übersetzt, darum hat es etwas gedauert. Einen wunderschönen Sonntag und Wochenanfang wünscht Euch Bine!

Philip Clayton-Thompson, Miteigentümer der Blackstone Edge Studios, Portland, Oregon

1. Wie wurden Sie Fotograf?
Als ich jung war begann ich an der Blackpool Promenade als Straßenfotograf. Ich fand beim Durchsehen von Magazinen heraus, dass alle großen Fotografen in London beheimatet waren. Ich lernte bei Ian McCluen in Südafrika, Al Campbell in Wales und arbeitete unter Cornell Lucas in London.

2. Können Sie den Stil Ihrer Fotografie beschreiben?
Weil ich immer schon von der Filmindustrie fasziniert war, hatte ich die Gelegenheit mit großartigen Kameraleuten zu arbeiten, wo die Beleuchtung das Aussehen und das Ambiente des Films mitbestimmte. Bevor ich digital arbeitete, war ich bekannt dafür cineastisches und dramatisches Licht auf meinen Fotos wiederzugeben. In den letzten 20 Jahren wurde meine Fotografie ein Sinnbild für Licht, Stimmung und klare Linien. Unsere Arbeit ist in über 150 Interior Design Magazinen erschienen. Aber jetzt dem Beginn der digitalen Fotografie, spielt das Licht keine so große Rolle mehr, weil das Digitale weniger Kontrast verlangt.

3. Wo finden Sie Inspiration?
Ich finde Inspiration bei ausländischen Filmen, Opern, Musik, Malern – alles Künstlerische im Endeffekt.

4.Sie arbeiten oft mit Stylisten zusammen, können Sie den Prozess der Zusammenarbeit beschreiben?
Ein guter Stylist/Art Director ist absolut entscheidend für Fotoaufnahmen für Einrichtungsmagazine. Martha Stewart bewies das im höchsten Maße. Ich arbeite hauptsächlich mit Donna Pizzi zusammen und wir arbeiten mehr oder weniger wie eine gut geschmierte Maschine miteinander, nach so vielen Jahren oft ohne ein Wort zu sprechen. Sie ist auch verantwortlich, dass ich Gefallen am Styling gefunden habe und ich lasse sie anderseits mit der Kamera herumprobieren.

5.)Sie sind auch Filmemacher, erzählen Sie mehr darüber!
Ich produzierte und übernahm die Regie von Dokumentationsfilmen in England während der 1970er Jahre. Ich gewann das Chicago Film Festival für „ A Place Called Ardoyne“ – ein Film über die Unruhen in Irland im Jahr 1973. Man findet einen Ausschnitt davon auf YouTube unter diesem Namen. Dort singe ich auch „Danny Boy" als Soundtrack, welchen ich kürzlich aufgenommen habe.

Ich habe Film für die BBC, ZDF, das Schwedisches und Dänisches Fernsehen und PBS in Amerika produziert.

Wir sind derzeit in der Vorproduktion zu einer Dokumentation namens www.blackpoolsrockshitler.com. Ich bin der Regisseur, Donna Pizzi und David. J. Thompson (mein Bruder, der auch bei Ardoyne mit mir zusammengearbeitet hat) sind die Autoren und Produzenten.


6. Im Moment haben Sie ein sehr interessantes Projekt namens packyourkit.com am Laufen Was ist das und warum haben Sie es gestartet?
Packyourkit.com ist eine 7-teilige YouTube-Serie die über Ausrüstung, Tipps und wie Profi-Fotografen ihr Equipment packen, berichtet. Das Projekt entstand dadurch, dass Assistenten über Jahre immer wieder nachfragten, wie andere Profis ihre Ausrüstung packen. Es auch eine meine Hommage an alle Profi-Fotografen, die derzeit große Schwierigkeiten mit dem Auftreten der digitalen Fotografie haben, weil viele andere glauben, dass sie nun Profifotografen sind. Bis jetzt hatten wir beinahe 10.000 Klicks in nur ein paar Wochen. Die Reaktion von Fotografen aus aller Welt war nur positiv, ermutigend für weiteres was wir demnächst präsentieren werden.

7. Welchen Ratschlag würden Sie Leuten geben, die Lifestyle/Interior-Fotograf werden wollen?
Durch das Aufkommen der Technologie, müssen viele Fotografen ihr Geschäftsmodell neu erfinden, das betrifft auch jene die in diesem Bereich arbeiten wollen. Magazine sind rückläufig und alles konzentriert sich auf das Web, Blogs und Craig’s List (Anmerkung: Kleinanzeigenportal in den USA) und das alles schmälert das Werbebudget der Herausgeber. Also mein Ratschlag wäre einen Blog zu starten um die eigene Arbeit zu bewerben und den Blog für Herausgeber und Auftraggeber die nach erfahrenen Fotografen suchen zugänglich zu machen. Mit anderen Worten – erstellen Sie ein Online-Portfolio.


Philip Clayton-Thompson und seine Frau Donna Pizzi
performen auch als Sänger mit
Sinatra-Musik


Hier und das Interview mit Donna:

Donna Pizzi, Miteigentümerin der Blackstone Edge Studios, Portland, Oregon

1. Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für das Styling und Dekorieren entdeckt? Wie wurden Sie dann Interior Stylist?
Das war mehr ein Zufall. Philip wurde gefragt ob er ein Haus für einen Designer in L.A. fotografieren könnte und er brauchte einen Assistenten. Natürlich habe ich da meine freiwillige Mitarbeit angeboten. Ich begann also als Assistent lange bevor ich für das Styling engagiert wurde. Das war so bis wir nach New York gingen um ein paar Magazine ausfindig zu machen von denen wir wussten, dass die Herausgeber nach unserer Arbeit lechzten, und diese gleich direkt aus unserem Portfolio kauften. Jason Kontos (Country Living) meinte, dass ich ein natürliches Talent für das Styling hätte. Ich zögerte, denn in meinen Gedanken war ich ein Autor und das hauptsächlich. Später habe ich herausgefunden, dass mein Großvater, Raffaele Pizzi, ein Opernsänger der auch hobbymäßig fotografierte, leidenschaftlich gerne Möbel kaufte, sich für Kindermode interessierte und sogar seine eigenen Anzüge nähte. Das war der Zeitpunkt wo ich mir eingestehen musste, dass das Talent angeboren war, durch die Gene meines Großvaters vererbt.

2. Wo finden Sie Inspiration?
Ich habe am College Mathematik im Hauptfach und Schauspiel im Nebenfach studiert. Ich mag die räumliche Beziehung von Objekten zueinander. Ich war auch10 Jahre Lektorin für Schreiben an der UCLA Extension und ich liebe es etwas zu „überarbeiten“. In die Häuser von Menschen zu gehen und ihr Eigentum zu „bearbeiten“ um eine schöne Szene zu kreieren ist himmlisch für mich. Als diejenige die alle unsere Filme in der Vergangenheit geschnitten hat, ein mühevolle Arbeit, das muss ich hinzufügen, liebe ich es dennoch auf das Ergebnis unserer harten Arbeit zu blicken, wie z.B. die wundervollen Bilder, die ich und Philip gemeinsam geschaffen haben. Seine Arbeit als Nahaufnahmen-Fotograf ist wirklich erstaunlich. Er bring Bewegung, Anmut und Schönheit mit dem Klicken der Kamera und es hört nie auf mich zu inspirieren.


3. Sie arbeiten oft mit Fotografen zusammen, beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit diesen.
Ich hatte kürzlich die Gelegenheit mit einem anderen britischen Fotografen für einen Magazinauftrag zusammenzuarbeiten, weil sie keine Stylisten aus dem Westen (USA) zu Verfügung hatten. Es war wie Tag und Nacht nachdem ich solange mit Philip zusammengearbeitet habe. Es ist ein unausgesprochenes Verständnis zwischen uns, von dem was wohin gehört und der Arbeitsrhythmus war natürlich auch nicht vorhanden. Philip übernimmt gewöhnlich auch die künstlerische Leitung, was ich unter solchen Umständen nicht könnte. Obwohl ich lachen muss, weil Philip oft mit mir diskutiert, dass er etwas einfach nicht machen kann und ich bestehe darauf, dass es ein fantastische Aufnahme ist und wir streiten ein bisschen darüber, dann macht er es widerwillig und BINGO es ist das Foto, dass es auf das Cover schafft. Einfach weil er alles mit der Kamera machen kann, auch das unmögliche!

4.Welchen Ratschlag würden Sie Leuten geben, die professionell als Stylist arbeiten wollen?
Ich werde das oft gefragt, weil ich selber nie den Beruf des Stylisten gelernt habe und ich sprichwörtlich in den Beruf hinein gestolpert bin, habe ich keine wirklich gute Antwort – gerade jetzt wo die Zeiten im Magazingeschäft so hart sind. Mein bester Ratschlag ist es einen guten Fotografen zu finden, mit dem man kooperieren kann und welcher offen ist für Einsteiger oder seine Assistenz für Stylisten ohne Bezahlung anzubieten (für Assistenten wird heute nichts mehr gezahlt). Ich denke, es gibt da draußen keinen Kurs dafür . Inneneinrichtung ist nicht Styling. Alles wird für die Kamera gemacht – nicht für das Auge, welches es anders sieht. Ich bin KEIN Designer. Ich beneide die, die es sind und ich habe viele getroffen, die hervorragend sind.

5. Wie würden Sie Ihr Heim beschreiben? Was ist Ihr bevorzugter Dekostyle?

Ich bräuchte eine Umgestaltung von jemand, der auf diesem Gebiet talentiert ist! Ich mochte den Landhaus-Style, aber heute, schrauben wir unsere Besitzansprüche etwas herunter und streben nach einem klaren, moderneren Look, ähnlich wie ich es bei unserem Büro verwirklicht habe. (Fotos unter: www.blackstoneedge.com).

***


INTERVIEW IN ENGLISCH
:

Philip Clayton-Thompson, co-owner of Blackstone Edge Studios, Portland, OR
1) How did you become a photographer?

I started as a kid on Blackpool Promenade as a street photographer. Figured out from looking at magazines that all the big photographers were located in London. Did apprenticeships with Ian McClunen in South Africa, Al Campbell in Wales and worked under Cornell Lucas in London.

2) Could you describe your style of photography?

Because I’ve always been fascinated with the film industry, I’ve had the opportunity to work with great cameraman, where lighting was the look and ambiance of the film. Before we went to digital, I was known for bringing cinematic and dramatic lighting to all my images. In the past 20 years, my photography has become emblematic by its lighting, mood and cleanliness of lines. Our work has appeared on over 150 national interior design magazines… But now, with the onset of digital photography, lighting is not as critical, because digital doesn’t like contrast.
3) Where do you find inspiration?
I find inspiration from foreign films, opera, music, painters – all the arts, in effect.

4) You often work with stylists, describe the process of teamwork with them.

A good stylist/art director is absolutely pivotal to creating images for interior design magazines. Martha Stewart proved that in spades. I work primarily with Donna Pizzi and we work more or less like a well-oiled machine, often without speaking after years of working together. She accuses me of liking to style, and I let her move the camera around.
5) You are also a filmmaker, tell me more about that.

I produced and directed documentaries in England during the late 1970s, winning the Chicago Film Festival for “A Place Called Ardoyne” – about the Troubles in Ireland – in 1973. You see a excerpt from it on You Tube under that name, wherein I sing “Danny Boy” on the soundtrack – recorded recently.

I produced films for BBC, ZDF, Swedish and Danish TV, and PBS in America.

We are in preproduction on a documentary on www.blackpoolrockshitler.com. I am the director, Donna Pizzi and David J. Thompson (my brother who worked with me on Ardoyne) are the writer/producers.
6) At the moment, you run a very interesting project named packyourkit.com. What’s that and why did you start it?

Packyourkit.com is a 7 part You Tube series that discusses pro-photographers gear, tips and how they pack their equipment. The project came into being after years of querying assistants about how other pros packed their kits. It’s also my homage to pro photographers, who are undergoing a lot difficulties at the moment, with the onset of digital photography, which makes everyone THINK they are a pro photographer.
To date, we’ve got more than 10,000 hits in just a few weeks’ time. The response from photographers all over the world has been nothing but positive, encouraging for more and with offers to come on board for the next go round.
7) What advice would you give to people who want to become interior/lifestyle photographers?

Because of the advent of technology, many photographers are going to have to reinvent their business model that includes those who want to get into the business. Magazines are on the decline, everything’s being pushed to the web, blogs and Craig’s List have eaten into the advertising dollars for publishers. So my advice would be to start a blog promoting one’s work and share that blog with editors and clientele looking for seasoned photographers. In other words, build a portfolio online.

Donna Pizzi, co-owner of Blackstone Edge Studios, Portland, OR (a boutique ad agency)

1) When did you discover your passion for styling and decorating? How did you become a stylist?

Actually, it was quite by accident. Philip was asked to photograph a house for a designer in LA, and he needed an assistant. Of course, I was “volunteered.” I started out as an assistant, and before long, was recruited into styling. It wasn’t until we went to NYC and decided to check out some magazines that we discovered editors were clamoring for our work, buying it right out of our portfolio. Jason Kontos, then of Country Living, told me I was a natural stylist. I resisted, because in my mind I was a writer first and foremost. Later, I discovered that my grandfather, Raffaele Pizzi, an opera singer who turned to photography as a hobby, had a knack for buying furniture, clothing for the kids, and even sewing his own suits. That’s when I conceded that the talent was innate – from my grandfather’s genes.
3) Where do you find inspiration?

I was a math major in college and a drama minor. I enjoy the spatial relationships of objects one to another. I was also a teacher of writing at UCLA Extension for 10 years, and I LOVE to edit. Going into people’s homes and “editing” their belongings to make a beautiful scene is like heaven to me. Being the one who edited all the film in the past, a painstaking job, I might add, I really enjoyed looking at the result of our hard work – i.e. the beautiful images that Philip and I created together. His work as a close-up photographer is truly amazing. He brings movement and grace and beauty with the snap of a shutter and it never ceases to inspire me.

4) You often work together with a great photographer, can you describe that process of teamwork?

I had the opportunity to work with another British photographer not long ago on a big magazine assignment when they were short a stylist out West. It was like night and day after working with Philip all these years. There is an unspoken understanding of what goes where and just the rhythm of working that was, of course, absent. Philip is also accustomed to me art directing, something I could not do under those circumstances. I do laugh though, because there are times when Philip will argue that he simply CANNOT do something and I’ll insist it’s a great shot, and we’ll wrangle for a bit, then he’ll do it begrudgingly, and bingo… it’ll be the one that lands on the cover! Because he can do just about anything with the camera, even the impossible!
5) What advice would you give people who want to become professional stylists?

I’m asked this question a lot, and because I had no training as a stylist whatsoever and literally fell into the profession, I really have no good answer - especially now when things are so tough in the magazine world. My best guess is to find a photographer with whom you can align yourself, who is open to using a beginner, or offer to work with a stylist gratis (because there is no pay for assistants any more). I don’t think there is any course out there for it. Interior design is not styling. Everything is done for the camera, not the eye, which sees differently. I am NOT a designer. I admire those who are, and we’ve met tons, who are terrific at it.

6) How would you describe your home? What’s your favorite decorating style?
In need of a redesign by someone who is talented in that way! I used to like cottage style, but nowadays, we’re paring down our belongings, and going for a sleeker more modern look like what I’ve done to our office (see our website photos at www.blackstoneedge.com)










Kommentare:

  1. They are an impressive team. Great interview(s).

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  2. Hi, Bine: Thanks for featuring us in your great blog. We look forward to the opportunity of meeting you in Austria one day soon! Keep up the good work.

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  3. @Donna Pizzi

    You are so welcome Donna! It was a pleasure to meet you virtually. I hope to see you both in Austria soon! Good luck for all your projects! Keep me updated!

    @High Desert Diva
    Thanks for your visit and your words :-)

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  4. Interestingly, One of Philip's documentaries, "Tolmers, Beginning or End?" is being shown as part of an exhibit on squatting in Berlin this summer. It would be so grand if we could attend that, then travel to Austria... but so far, our schedule is too tight to do so. Two sequences from "Tolmers" appear on You Tube. Keep up the good work!

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